Elbe-Wanderfahrt Pfingsten 2016

Warum fließt die Elbe bei Dresden so gelbe?

Nu, das kommt von der Schande, denn sie muss außer Lande,

denn gleich hinter Meißen - Pfui Spinne!- kommt Preußen!

und weil hier der absolut schönste und abwechslungsreichste Abschnitt der gesamten Elbe endet. haben wir bei Km 82, 5 unterhalb der Burganlage von Meißen unsere Wanderfahrt auch beendet.

Doch von Anfang an: Den Einstieg zu unserer Wanderfahrt begannen wir, nach Abladen und Auf - riggern der Boote, mit einem Aufstieg (mit Aufzug) zur stärksten, nie eingenommenen sächsischen Landesfestung Königstein, die neben allen Sehenswürdigkeiten im Inneren auch einen prächtigen Blick ins Land und hinab ins Elbtal bietet. Zurück in Dresden stießen im zentral in der Prager Straße gelegenen Hotel auch unsere Schweizer Ruderfreunde Ursula und (big-) Heinz zu uns.

Der Sonntag fing gut an: Wegen des gut funktionierenden S - Bahnnetzes brauchten wir keinen Landdienst und dank der großzügigen Spende unseres leider verhinderten Ehrenmitglieds Paul Werner konnten wir auch hier auf dem Bahnsteig unseren traditionellen „Ableger" lautstark zelebrieren.

Das Einsetzen der Boote war angesichts der ersten Wanderfahrt im Jahr, wo die Handgriffe noch nicht so sitzen, der heimische Steg fehlt und zudem größere Steine den Weg zum Fahrwasser versperrten, etwas mühsam, doch dann stand uns die Ruderwelt offen: noch einmal unter der Festung Königstein vorbei, zum Kurort Rathen am Fuße der berühmten Bastei, weiter nach Wehlen, bis Pirna, wo wir Mittagsrast im Haus des dortigen Rudervereins - mit angeschlossener Gaststätte - machten. Dass im Jahre 2002 die Elbe hier mehrere Meter hoch über die Ufer und bis in die steilen Hänge stieg, lässt sich heute kaum noch nachvollziehen; die Häuser selbst sind wieder liebevoll gepflegte Schmuckstücke und geben der Landschaft zusätzlich ihr Gepräge. Ein weiteres Highlight erwartete uns in Pillnitz mit seinem prächtig restaurierten Schloss direkt am Ufer des Flusses, seinerzeit angelegt als Ziel aufwändiger Vergnügungsfahrten des Sächsischen Hofes. Vorbei am traditionsreichen Elbhang erreichten wir schließlich das Bootshaus des Unirudervereins Dresden, das wetterbedingt vorverlegte Etappenziel des ersten Tages. Hier empfing uns, nicht zum ersten Mal an diesem Tage, Gerd Kunz in seinem Verein mit seiner lieben Elke, um uns rührend und „mit der Hand am Arm" zu betreuen. Ausnahmsweise auch noch eine Anmerkung zum Wetter: Von wegen Klimawandel ! die Eisheiligen machten, vor allem am ersten Tag, ihrem Namen alle Ehre.

Dafür ein ganz besonderes Danke! Das Abendessen im „Dshingiskhan" (Wiener Platz am Hauptbahnhof) wird uns als krönender Abschluss des ersten Tages gleichfalls in Erinnerung bleiben.

Der Montag stand den Sehenswürdigkeiten des Vortages in nichts nach: Vorbei an den Elbschlössern, unter der Waldschlösschenbrücke durch (bei weitem nicht so hässlich, wie sie gemacht wird) durften wir dann die Parade an der Schauseite von Dresden abnehmen (Frauenkirche, Hofkirche, Brühl'sche Terrassen, Semperoper), ergänzt durch laut stampfende Raddampfer, die am frühen Morgen, sehr beeindruckend aber fast ohne Wellen, schon bergwärts fuhren. Etappenziel war der Bundes- und Landesruderstützpunkt beim Dresdner Ruderverein, was durch eine beeindruckende Zahl neuer und neuester Boote jedweder Klasse unterstrichen wurde.

Hier machten wir auch eine vorgezogene Vesperpause, gerade so lange, bis ein letzter Hagelschauer uns noch einmal den Unterschied zwischen gutem und sehr gutem Ruderwetter klar machte. Zum Schluss schien dann aber doch die Sonne, als wir zunächst die Anlage des Rudervereins Meißen und

ein paar Schläge stromab die alte Stadt Meißen und den hoch über der Stadt thronenden Dom mit der Albrechtsburg erreichten. Nach dem Verladen der Boote, einer Stärkung bei Kaffee und Eierschecken zeigten uns die Insider Gerd und Elke im Schnelldurchgang die interessantesten Ecken von Meißen. Zurück in Dresden rundete das zünftige Abendessen im „Freiberger Schankhaus" mit Blick auf den Neumarkt diesen kilometer - und kulturreichen Rudertag ab.

Der Dienstag begann mit der fachkundigen Führung von Gerd und Elke durch Dresden. Von der Kuppel der Frauenkirche aus konnten wir unsere gesamte Ruderstrecke überblicken bzw. erahnen. Nach einem letzten Imbiss und dem Abschied von unseren Schweizern und den in andere Richtungen Weiterreisenden auf dem Altmarkt trat der „Rest" die Heimreise an.

Ein herzliches Danke! an Gerd und Elke für die tatkräftige Gastfreundschaft und an Werner für die perfekte Planung und Leitung dieser Wanderfahrt. Ein besonderer Dank gilt Marion, die unaufgeregt im Hintergrund noch für die i-Tüpfelchen sorgte.

Rolf Heydlauf

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