Bericht von der Wanderfahrt auf Donau und Naab vom 23.-26. Juni 2018

Donauwanderfahrt 31. 5. bis 3. 6. 2018  (Bildergalerie unten)

von Rolf Heydlauf

Margaretenstraße in Regensburg“, Geburtstagsfreibier im fürstlichen Brauhaus, Umtragestelle in Pielen-hofen, saure Zipfel in Gmünd, erste Wanderfahrt von Barbara und Wolfgang – hoffentlich bleiben sie dabei..

 

Das sind einige Stichworte aus meinem Bericht von der Wanderfahrt auf Donau und Naab vom 23. bis 26. Juni 2011 – wer erinnert sich noch daran? Die Donau und die niederbayerische Landschaft haben sich seitdem nicht verändert- die Steinerne Brücke in Regensburg steht noch immer, stromab ist noch immer „nix los“ und in den volkstümlichen Brauereigaststätten in Regensburg fließt noch immer Bier. Lohnt sich also ein weiterer Bericht?

Und ob!

Dass Barbara und Wolfgang nach sieben Jahren immer noch dabei und längst zu Stützen des Wanderruderns geworden sind, ist zwar erfreulich, rechtfertigt aber noch keinen Bericht. Eher schon, dass in diesem Jahr drei Vierer auf dem Wasser waren. Denn wenn das so weiter geht, muss Werner bei der nächsten Fahrt den Numeruns Clausus einführen oder für einen größeren Hänger sorgen. Auch liegen zwischen den beiden, rein äußerlich gleich erscheinenden Wanderfahrten Welten, denn es hat sich gezeigt, dass eine solche Tour neuerdings ohne Satellitenunterstützung* (zu deutsch: Google map) nicht meht denkbar ist. Das hat angefangen bei der – sträflicherweise unterlassenen - Standortbestimmung des Bahnhofs von Vohburg. Ein rechtzeitiger Blick aufs Handy hätte nämlich gezeigt, dass dieses einsam in der Landschaft stehende Gebäude der Bahn ca. 4 Km vom Ort und noch etwas weiter von der Stelle entfernt ist, an der wir unsere Boote dann endlich einsetzen konnten. Dank der guten Strömung hatten wir aber das Kloster Weltenburg fast gleichzeitig mit dem Landdienst erreicht. Großes Lob für die dortige Bewirtung! Trotz Feiertags-gedränge klappte der Service reibungslos.

Das Standquartier für alle drei Nächte lag nahzu ideal in der Fußgängerzone und die Brauerei-gaststätte Kneitinger, der Ratskeller, sowie das Brauhaus der Fürstin Gloria zu Thurn und Taxis sind stehen für eine hochentwickelte bayerische Wirtshauskultur. Überhaupt: die Regensburger Altstadt! Die drei Abende haben bei weitem nicht ausgereicht, jeden der lauschigen Winkel auszuleuchten. Die vielen Studenten und Studentinnen (!) bilden einen reizvollen Kontrast zu Dom und den anderen steinernen Zeugen des Weltkulturerbes. Leider war das nächtliche Schlafbedürfnis auf Bewohner und Gäste ungleich verteilt.

Der Donaudurchbruch zwischen dem Kloster Weltenburg und Kehlheim war der landschaftliche Höhepunkt der zweiten Etappe. Die Strömung, vor der im Wahrsager gewarnt wurde, war angenehm und die wenigen Fahrgastschiffe am frühen Werktagmorgen haben nicht gestört. Nach Kehlheim (Befreiungshalle) macht der Rhein-Main-Donau (nach bayerischem Verständnis: Ludwig-Main-Donau)- Kanal die Donau zum Strom und zur Bundeswasserstraße. Man merkt dies an der geringeren Fließgeschwindigkeit, Stichwort Außenkurven. Die für die Mittagspause vorgesehene Gaststätte Donaulände in Bad Abbach hatte leider geschlossen, doch war dies dank der bekannten Fexibilität der Wanderruderer kein Problem – wenn nur ein Steg oder eine flache Sandbank da ist!

Von der Fahrt zwischen den Pfeilern der Steinernen Brücke am dritten Tag ist nicht viel zu erzählen: Boot richten, ein paar kräftige Schläge und schon ist man durch, in unserem Fall kräftig angefeuert vom Landdienst, der auf der Brücke stand. Nur muss man aufpasssen, dass nicht zum selben Zeitpunkt ein Fahrgastschiff zur Bergfahrt unter der Brücke ansetzt – relativ spät erkennbar an der dann kräftigen Burwelle. Viel kritischer war zuvor die enge Bootsschleuse, die für die Besatzung der Notburga, eingeklemmt zwischen Odenwald und Christa, wahrlich kein Vergnügen war. Aber das kannten wir schon vom Main. Bei der Weiterfahrt begleiteten uns bis zur Walhalla die Regensburger Ausflugsschiffe, danach gehörte die Donau uns allein. Ziel war die, nach langem Suchen in Google Map(!*) gefundene (einzige) linksseitige Rampe bei Dremling-Bach mit der angeblich einzigen Gaststätte zwischen Regensburg und Straubing in Ufernähe. Der Wirt im Gasthaus zum Schiff war sehr freundlich und hätte auch gegen Verzehr von Mitgebrachtem nichts einzuwenden gehabt, doch die letzten Stücke seiner Erdbeertorte waren besser. Seine Tochter bestaunte dagegen unsere Boote. So etwas habe sie noch nie gesehen. (vgl. oben „nix los“) Dabei ist die Donau auch auf dieser Strecke keineswegs langweilig, nur eben naturbelassen und die Ortschaften liegen zum Teil kilometerweit zurück im Hinterland. Dies stellte unseren Landdienst am Nachmittag bei der Suche nach dem Tagesziel (Steg oder Sandbank, linkes oder rechtes Donauufer, Lager der Boote über Nacht, Erreichbarkeit vom befestigten Straßennetz) vor besondere Herausforderungen, die er aber mit elektronischer (!*) Hilfe hervorragend in der Nähe von Frengkofen (wo immer das liegt) gemeistert hatte. Kurz vor der Schleuse in Giesing überholten wir die Wanderruderer vom Rhein, die in Regensburg mit uns Station gemacht und die ebenfalls Straubing zum Ziel hatten, „und das war gut so“, wie ein früherer Politiker aus Berlin gesagt hätte. Denn von nun an zog es sich: Bootsschleuse gab es keine, Schleusenwärter am Samstag Nachmittag - Fehlanzeige, nur im Gebüsch standen zwei kleine einachsige Wägelchen, auf die wir zunächst das eine, dann das andere Boot und schließlich auf unserer mitgeführten Eigen-konstruktion das dritte Boot verladen und jeweils über gefühlt 500 Meter Landweg zum Unterwasser bugsieren mussten – gut, dass wir vor den drei anderen Booten dran waren.

Der letzte Tag ist schnell erzählt: Weil wir am Vortag nicht bis Gmünd gekommen waren, wäre es zeitlich etwas viel geworden, diesen Streckenabschnitt heute zusätzlich noch dran zu hängen. So war es allen recht, als wir am frühen Mittag an einer gepflasterten Rampe bei Niedermotzing an Land gingen, die Boote verluden und in der Gaststätte des nahe gelegenen Flugplatzes Straubingdie Fahrt abschlossen.

Fazit: Es war ein, nicht nur wegen des Wetters, absolut harmonischer Kurzurlaub, der wieder einmal gezeigt hat, dass Wanderfahrten beim Neptun Neckarelz eine „angesagte“ Adresse sind; das beweisen nicht zuletzt die erneute Teilnahmen von Hanno und unseren Schweizer Freunden vom Seeclub Thun, die auch eine lange An- und Abfahrt nicht gescheut haben. Voraussetzung dafür war, dass Werner, unterstützt von Marion, sich arbeitsintensiv um die Vorbereitung, an den vier Tagen um den Ablauf der Fahrt und nicht zu letzt um den Bootstransport mit dem Hänger gekümmert hat. Dafür ein G R O S S E S  D A N K E   S C H Ö N. Und, ganz zum Schluss, hat sich wieder einmal bestätigt, dass das Wetter am Steg und nicht im Internet gemacht wird.

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